July 11th, 2010
Wie man günstig aus Deutschland auf ein spanisches Handy telefonieren kann
Heute gibt es viele Leute, die keinen Festnetzanschluss, sondern nur noch ein Mobiltelefon haben. Problematisch wird das, wenn der Gesprächspartner im Ausland ist. Über einen normalen deutschen Festnetz-Anschluss können regelmäßige Gespräche von z.B. einer viertel Stunde richtig ins Geld gehen. In meinem Beispiel sind dies 0,35 Euro in der Minute. Zwei mal im Monat 30 Minuten telefonieren macht 21,00 Euro. Das war für mich Grund genug nach einer günstigeren Alternative zu suchen.

Suchen eines VOIP-Anbieters
Die erste Idee war natürlich hier einen günstigen VOIP-Anbieter zu finden. Nach kurzer Recherche bin ich auf den Anbieter intervoip.com gestoßen. Die Preise sind schon sehr attraktiv: ca 0,07 Euro/Minute ins spanische Mobilfunknetz. Die Recherche nach Erfahrungen mit dem Anbieter ergab, dass man die Preise relelmäßig im Auge behalten sollte. Es gab wohl Anpassungen, die sich aber auch eher im einstelligen Cent-Bereich bewegt haben. Die Infos waren für mich ausreichen, um das mal auszuprobieren. Als nächstes also einen Account anlegen und Guthaben aufladen, das abtelefoniert werden kann. Ich habe mich dabei entschieden, die Überweisung über PayPal zu machen und die Gebühr in Kauf zu nehmen. Die Accountdaten sollte man sich gut merken, da man sie später zur Einrichtung braucht.
VOIP-Softphone installieren
Als nächstes muss ein Softphone für den Rechner her. Bei Intervoip gibt es zwar ein Softphone, das ich jedoch nicht verwenden konnte und wollte. Zum einen gibt es die nicht für den Mac, ausserdem bin ich wenn möglich dafür, verbreitete Standard-Software zu verwenden anstelle einer solchen proprietären Lösung. Das ist auch kein Problem, alle benötigten Daten sind auf der Seite beschrieben. Meine Wahl viel auf Zoiper. Hier fand ich die Classic-Version für meine Zwecke ausreichend. Die Software gibt es für Mac, Windows und Linux.
Softphone konfigurieren
Nun musste das Softphone noch eingerichtet werden. Die notwendigen Daten:
- SIP port : 5060
- Registrar : sip.intervoip.com
- Proxy server : sip.intervoip.com
- Outbound proxy server : leave empty
- Account name : your InterVoip username
- Password : your InterVoip password
- Display name/number : your InterVoip username or voipnumber
- Stunserver (option) : stun.intervoip.com
Den Stunserver sollte man, obwohl er in der Beschreibung als optional angegeben ist, auf den Wert stun.intervoip.com setzen. Bei einem ersten Test kam es bei dem voreingestellten stun-Server von Zoiper zu massiven Störgeräuschen.
Fazit
Natürlich muss der Rechner noch entsprechend ausgerüstet sein: ein Micro und Lautsprecher oder ein Headset braucht man, um den Ton rein und raus zu bekommen. Dann kann es los gehen mit dem Telefonieren. Beim ersten Telefonat musste ich die Laustärke des Micros noch auf etwa die Hälfte runter regeln (siehe Zoiper-Bild), dass ist aber vermutlich sehr rechnerspezifisch. Meine erste Erfahrung mit dem Dienst ist sehr positiv. Die Sprachqualität war recht gut und man kann entspannt telefonieren, ohne an die Rechnung am Monatsende zu denken.
Eine weitere interessante Möglichkeit von intervoip.com nennt sich Phone-to-Phone. Nach dem Login auf der Seite kann man diese Funktion auswählen. Man gibt die eigene Festnetznummer sowie die Zielrufnummer an und wird dann auf diesem Weg verbunden. Die Kosten für diesen Dienst sind nur wenig höher als das reine VOIP-Telefonat.


