December 13th, 2009
VirtualBox – Alternative zu Parallels und VMWare – Teil 1
Wer eine Lösung zur Virtualisierung benötigt, wird bisher meist VMware oder auf dem Mac auch Parallels eingesetzt haben. Gerade für Mac-Benutzer, die die Virtualisierung ab und an benötigen, sind beide Varianten mit Kosten verbunden. Während der VMWare Player, mit dem man keine neuen virtuellen Maschinen erstellen sondern nur vorhandene starten kann, für andere Systeme kostenlos zur Verfügung steht, hat man für den Mac nur die Möglichkeit auf das kostenpflichtige VMWare-Fusion zurück zu greifen.
Mit Virtualbox steht seit einiger Zeit eine gute und kostenfreie Alternative zur Verfügung. Es handelt sich um ein Open-Source Produkt, das unter der GNU General Public License (GPL) lizensiert ist. Hinter dem Projekt steht mit Sun eine große Firma und das spiegelt sich auch in Qualität und Entwicklungsgeschwindigkeit wieder. Der Betrieb einer virtuellen Maschine ist resourcenschonend und schnell. Beeinträchtigungen der Leistung der Host-Maschine scheinen geringer zu sein als bei Parallels und bei VMWare.
Flexibel zeigt sich Virtualbox bei der Verarbeitung von Fremdformaten. So ist es möglich, eine vorhandene virtuelle VMWare-Platte zu starten. Zunächst muss man eine neue virtuelle Maschine unter Angabe des gewünschten Gast-System einrichten. Im Rahmen der Einrichtung kann man dann auch die vorhandene virtuelle Platte auswählen. Virtualbox beschreibt dann einfach diese VMWare-Platte.
Guest Additions sind Treiber, die im Gast-System der VM installiert werden. Sie sorgen z.b. dafür, dass sich beim Vergrößern des Fensters, in dem die VM läuft, auch die Auflösung des Gast-Systems automatisch anpasst. Auch nicht missen möchte man die Mauszeiger-Integration. Ohne zusätzliches Tool ist nach dem Aktivieren der virtuellen Maschine die Maus im Fenster der virtuellen Maschine gefangen und kann nicht mehr raus bewegt werden. Erst durch einen speziellen Befehl, auf dem Mac z.B. die Apfel-Taste, wird die Maus freigegeben und kann wieder im Host-System verwendet werden. Guest Additions sind für Windows, Linux und natürlich Solaris Gastsysteme verfügbar.
Shared Folders ermöglichen ein gemeinsames Nutzen von Verzeichnnissen unter Host- und Gastsystem. Zum Datenaustausch zwischen den Systemen ist dies eine sehr einfache und nützliche Funktion. Snapshots zum Speichern eines bestimmten Zustands der virtuellen Maschine sind ebenfalls verfügbar.
Fazit nach einigen Wochen Benutzung: Virtualbox ist eine echte Alternative zu den üblichen Virtualisierungslösungen. Alle notwendigen Funktionen für die Verwendung auf dem Desktop-Rechner zum Betreiben von Gast-Systemen, die neben dem Host-System benötigt werden, sind vorhanden. Ein Windows auf dem Mac und Entwicklungsimages können damit sehr gut betrieben werden. Keine Alternative stellt Virtualbox hinsichtlich des Einsatzes als Server-Virtualisierung dar. Hier ist die Software noch weit hinter VMWare zurück.
Demnächst mehr zu diesen Themen:
- Netzwerkeinrichtung – Wie komme ich vom Host auf die VM, wie von der Box auf den Host.
- Starten der VM in der Shell – VM ohne Oberfläche starten.
- Migrieren eines Parallels-Images
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